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So war ´s mit Schlaghosen in der DDR !
   Fr 9. Sep 2016, 19:27

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So war ´s mit Schlaghosen in der DDR !

permanenter Linkvon Thecook am Fr 9. Sep 2016, 19:27

Hier berichten bzw posten noch gar nicht so lange her drei Leute und
geben damit einen tollen Eindruck von der Hochzeit der Schlaghosen in Deutschland .
Das folgende FundstĂĽck vom Nov 2014
ist aus
http://www.forum-ddr-grenze.de/t13081f4 ... -sein.html

"
Das Aufbegehren, eine gewisse Anti-Haltung hatte seine vielfältigen Ausdrucksformen. Ich
beginne mal mit der Schlaghose mit Kellerfalte. FĂĽr den einen bedeutete es nur westliche
Mode, fĂĽr andere hingegen war es ein StĂĽck Ideologie des anders sein zu wollen, sich von
den Bürgern abzuheben, die minimal/maximal mögliche Form dieser Zeit der Samen des anders
sein zu wollens, die dann später in der Opposition aufgegangen sind. Es muß in etwa die
Zeit von der Musikgruppe Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich gewesen sein, Kinder von
Schneider waren die Kings. Sie ließen sich von ihrem Vater so eine Hose nähen. Oben eng
und nach unten zu den Schuhen weit auslaufend. Die Kellerfalte war der Clou. Sie befand
sich auĂźen an jedem Hosenbein und die Nobelversion war die, die die Falte mit einer Kette
verband. Ich hatte mir bei einem Schneider in Berlin auch so eine Hose anfertigen lassen,
allerdings war der schwarze Stoff so lappig, das ich sie jeden Tag bĂĽgeln musste, wenig
Freude daran hatte und manchmal wurde in der Schule das Tragen solcher Hosen auch strikt
verboten. Erinnert Ihr Euch noch daran?

Es gab noch eine zweite Version der Schlaghosen mit Kellerfalte: Die (vermutlich in Hand-
und Heimarbeit entstandene) Hose, in der diese Falte aus einem anderen StĂĽck Stoff
bestand: Oft und gerne wurden Einsätze im Schottenmuster genutzt: Ein optischer Blickfang
bei den meist dunklen Hosen. Ich weiĂź nicht mehr, ob diese Hosen mir damals nicht
gefielen oder aber ob sie mir meine Eltern schlicht verboten haben (mit 15, 16 ging das
noch), jedenfalls habe ich diese Hosenart nie besessen.

An diese Schlaghosen kann ich mich auch noch erinnern, sie kamen so um '65 schwer in
Mode. Neben dem andersfarbigen Keil, den Kettchen unten am Schlag ist mir auch noch die
Variante mit kleinen Glöckchen im Keil im Gedächtnis.
FĂĽr eine "Schlaghose" sind wir extra in die Stadt gefahren, wo es einen einzigen
Schneider gab, der sich darauf spezialisiert hatte und diese auf Mass anfertigte. Aus
durchgehend braunem Cordstoff gefertigt - eine Farbwahl gab es nicht (wahrscheinlich gab
´s den gerade vorrätig) - kosteten die damals wimre um die 60 Mark - viel Geld für einen
Lehrling.

Die Krönung waren in der Tat die Hosen mit bunt abgesetzter Kellerfalte mit Glöckchen
bzw. Kettchen. Diese machte die Mutter meines Freundes ausschliesslich und einmalig fĂĽr
dessen älteren Bruder und den Freund des Bruders. Das waren auf dem Dorf richtige
Hingucker!"

. . . So war ´s also , der Spass mit Schlaghosen anno dazumal .

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